{{title:words:5}} Vom: 11. August 2025 - Update: 11. August 2025 MEHR ERFAHREN...

Dirk Naumann

Lesedauer: 8 Minuten

Fátima – heller als die Sonne

Das Heiligtum von Fátima ist der bedeutendste Wallfahrtsort Portugals. Gleichzeitig ist es neben dem Vatikan und Lourdes in Frankreich einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der römisch-katholischen Kirche. Mehrere Millionen Pilger strömen in normalen Jahren an diesen Ort. Entsprechend gespannt war ich auf diese Erfahrung.

Der Ursprung des Heiligtums liegt im Jahr 1917, in den Marienerscheinungen sowie den drei Prophezeiungen von Fátima. Auch soll es ein unerklärliches Sonnenphänomen gegeben haben, das „heller als die Sonne“ strahlte. Die ersten beiden Prophezeiungen wurden sofort zur Veröffentlichung freigegeben. Die dritte und letzte wurde versiegelt und erst mehr als 50 Jahre später veröffentlicht.

Was für ein Kontrast zu Tomar, der Stadt der Templer. Tomar atmete das Mittelalter, während Fátima die Moderne verkörperte, mit einem hochmodernen und beeindruckenden Kirchenbau. Die Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit (Basílica da Santíssima Trindade) ist der größte Kirchenneubau des 20. Jahrhunderts, zugleich das viertgrößte katholische Kirchengebäude weltweit.

Ein imposantes Gebäude in runder Form, mit 125 Metern Durchmesser, gebaut aus weißem Stein. Viel Raum und Licht, gerade Linien, eine reduzierte Architektur, modern gestaltete Mosaiken und freier Blick auf den Altar aus allen Perspektiven. Ein absolut beeindruckendes Erlebnis und eine bleibende Erfahrung.

Dieser riesigen Basilika gegenüber steht die Basilika Unserer Lieben Frau des Rosenkranzes („Basílica de Nossa Senhora do Rosário de Fátima“), die zu Ehren der Marienerscheinung erbaute Basilika, dient heute als zentraler Wallfahrtsort der Stadt sowie Herberge für die Gräber der drei Hirtenkinder. Beide Basiliken verbindet der größte Kirchenvorplatz der Welt. Circa eine halbe Million Pilger würden auf diesem Platz mit 750 Metern Länge und 200 Metern Breite, Platz finden. Superlative in jeder Hinsicht. Wir fühlten uns so winzig.

Nur wenige Gläubige fanden in diesem Jahr den Weg nach Fátima.
Nachdem wir furch das riesige Hauptportal aus Bronze in das Innere dieses monumentalen Kirchenbaus traten, um der Messe beizuwohnen, setzten wir den Weg fort. Durch die bergige Landschaft des Landesinneren, durch kleine, ländliche Dörfer, durch Kiefernwälder, über Felder und Wiesen ging es in Richtung Atlantikküste. Pinienwälder auf sandigem Boden, die an Les Landes in Frankreich erinnerten, kündigten den Übergang zu maritimen Einflüssen an.

Ein interessanter und kontrastreicher Wechsel. Von Tomar – das den Geist der Kreuzritter und Seefahrer des Mittelalters verströmte – in die Moderne nach Fátima mit seiner imposanten Architektur, zum nächsten Heiligtum. Auch Nazaré ist ein bedeutender Wallfahrtsort und zugleich bekannt für die weltweit höchsten Wellen, ein Sehnsuchtsort und in gewisser Weise ein Pilgerort für Surfer.

Dirk Naumann, geboren und aufgewachsen in Torgau / Sachsen, lebt nach Stationen in Düsseldorf und Monaco heute in München. 2020, während der Pandemie, brach er auf, zu einer mehr als 3.600 Kilometerlangen Pilgerreise durch vier Länder Westeuropas. Zu Fuß, ohne Vorbereitung und Erfahrung. Aus den Notizen dieser Reise entstand ein persönliches Buch, dass gleichzeitig seine Premiere als Autor darstellt.

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Mein Buch: Freigelaufen

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2025-08-11T20:06:26+02:00
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